Richtlinien

Allgemeine Bestimmungen zum Generhaltungsprogramm Original Braunvieh

Montafoner Braunvieh“ - seit 1869

Ursprung
Aus den vielen verschiedenen Landschlägen im 19. Jahrhundert (um 1800 soll es 17 verschiedene Landschläge gegeben haben, die sich zum Teil  nur in der Farbe unterschieden), wurde auf Initiative des „landwirtschaftlichen“ Vereins, der sich 1862 in Vorarlberg gegründet hat, das milchergiebige Montafonerrind zur Landesrasse auserwählt.

Durch gezielte Zuchtarbeit – nur der Einsatz von Montafonerstieren wurde gefördert – und durch die Abhaltung von Lehr und Leistungsschauen seit dem Jahre 1869 wurden die Landschläge mehr und mehr verdrängt und das Original Braunvieh etabliert.

Im Laufe der Jahre wurde der Typ des Braunviehs immer wieder variiert und vom ursprünglichen Milchtyp über den kleinen, gedrungenen „Wirtschaftstyp“ bis zum heutigen großrahmigen, milchbetonten Zweinutzungstyp gezüchtet.

Dies hatte zur Folge, daß das ursprüngliche Original Braunvieh immer mehr verdrängt wurde und heute nur mehr in wenigen Exemplaren reinrassig erhalten geblieben ist.

Rassebeschreibung
Typisch für das Montafoner Braunvieh ist der mittelgroße Rahmen und die klassische Nutzung für Milch und Fleisch.
Die Widerristhöhe beträgt im Durchschnitt 132 cm, das durchschnittliche Lebendgewicht liegt bei 550 kg.
Der Geschlechtsdimorphismus ist stark ausgeprägt. Daher liegt die Widerristhöhe der Stiere bei 138 cm im Durchschnitt und das Lebendgewicht bei 850 kg.
Die Farbe ist einheitlich braun bzw. dunkelbraun.
Hornspitzen, Flotzmaul und Klauen sind dunkel pigmentiert.
Das Flotzmaul ist von einem hellen Rand gesäumt.
Die Mastfähigkeit bei guter Fleischqualität ist gleichrangig neben der Milchleistung von 4000 – 5000 kg bei guten Inhaltsstoffen im Zuchtziel enthalten.
Das Original Braunvieh besitzt eine gute Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche klimatische Verhältnisse und kann vor allem Grenzertragsstandorte optimal nutzen, da es seine Leistungen aus dem Grundfutter erbringt.
Das Original Braunvieh ist genügsam, besitzt eine hohe Vitalität und eine lange Nutzungsdauer.
Als altes Kulturgut unterstreicht es den Charakter unseres alpinen Landschaftsraumes.

Anpaarungsprogramm
Der Einsatz des Anpaarungsprogrammes - RDV- MATE verhindert eine zu enge Blutlinienführung. Alle Abstammungsdaten der weiblichen und männlichen Zuchtrinder werden erfaßt und der optimale Anpaarungspartner für die Besamung oder den Natursprung ermittelt.
Jeder Züchter erhält für seine paarungsfähigen Tiere Anpaarungsvorschläge.
Die Einhaltung der Vorschläge wird kontrolliert und ist Voraussetzung für die Prämienzahlung.

Selektion
Der Bestand an Original Tieren ist sehr gering. Daher ist es notwendig, alle Nachkommen aus den Anpaarungen in das Herdebuch aufzunehmen.Neuaufnahmen, bei denen die Abstammung nicht mehr nachvollzogen werden kann, werden nur nach einer positiven phänotypischen Beurteilung aufgenommen.Von allen männlichen Zuchttieren wird eine DNA-Karte angelegt.

Fremdgenanteil (aktuell)
Da der Bestand sehr gering ist, wird bis einschließlich 2009 ein Fremdgenanteil von 25% akzeptiert.
Ab Antragstellung 2010 wird der Fremdgenanteil auf 12,5%, ab dem Jahr 2014 auf 6,25% reduziert.
Männliche Zuchttiere müssen ausnahmslos 100% reinrassig sein.

Allgäuer OBV
Der Bestand umfasst einige 100 Tiere und geht überwiegend auf österreichische Linien zurück (TBC, Bang Sanierung in den 50iger Jahren). Das Allgäuer Originalbraunvieh entspricht dem Zuchtziel und ist dem österreichischen OBV gleichgestellt.

Schweizer OBV
Derzeit ist für die Generhaltung kein Import für Tiere und Sperma erlaubt!

HB Eintragung

Für alle Zuchttiere, die nicht Nachkommen bereits im Herdebuch eingetragener Zuchttiere sind, hat allein die verantwortliche Organisation das Recht, die Rassenzugehörigkeit „OBV“ im RDV einzutragen.Zuchttiere aus Import, die nicht den Kriterien entsprechen, werden in das normale Braunvieh Herdebuch eingetragen und sind nicht prämienfähig.

Samenlager
Geeignete Stiere werden in Wels oder bei Alpengenetik abgesamt und ein Samenlager angelegt. Auf die Linienvielfalt wird besonderer Wert gelegt.LeistungsprüfungAlle Zuchtbetriebe sind entweder der Milchleistungsprüfung oder der Fleischleistungsprüfung angeschlossen. Die Prüfungen werden von den Leistungskontrollstellen der Länder durchgeführt.


Hervorragende Mutterkuheigenschaften und eine  ideale Milchleistung sind Voraussetzung für gesunde und sehr  gut entwickelte Kälber.             
Foto: Eder Sebastian, Erl



Ziel
An der österreichweiten Vermehrung des Original Braunviehs wird in Zusammenarbeit mit den Zuchtverbänden gearbeitet. Durch den Einsatz von „RDV- MATE“ und die Förderung als höchstgefährdete Tierrasse im Rahmen des ÖPUL Programmes soll das Original Braunvieh in seiner Einzigartigkeit erhalten werden.
Die einzelnen Braunvieh-Zuchtverbände in Österreich sind autorisiert, gemäß den Vorgaben der verantwortlichen Organisation die Stammscheine für die Förderung zu bestätigen.
Diese Autorisierung wird bei Nichteinhaltung der Vorgaben entzogen.

Vorarlberger Braunviehzuchtverband (verantwortliche Zuchtorganisation)
Jahnstraße 20,
A-6900 Bregenz
Tel: 05574 – 42368 
FAX: 05574 – 42368 –6 
E-Mail: bvzv@lk-vbg.at


Gesamtsiegerin und Eutersiegerin der Oberländer Rassenschau in Imst
Kuh „MAISE“ von Huter Georg, Kaunerberg

ÖNGENE – Förderungsrichtlinien / Generhaltungsprogramm

Fremdgenanteil
Grundsätzlich gelten derzeit alle Braunviehtiere mit einem OBV- Blutanteil von mindestens 75% als förderungsfähig. Bis 2010 gilt ein Fremdgenanteil von 25% bei Kühen als prämienfähig. Ab 2010 muß der Fremdgenanteil auf 12,5 % und ab 2014 auf 6,25 % reduziert werden.


Die Anträge für gefährdete Tierrassen werden von der AMA dem Vorarlberger Braunviehzuchtverband als Verantwortliche Organisation (VO) zur Kontrolle und Bestätigung vorgelegt. Seit 2007 erfolgt die Bestätigung online. Das heißt, die erfassten Anträge werden von der AMA ins Internet gestellt. Die VO ist dann verpflichtet die beantragten Tiere auf alle Bedingungen (Fremdgenanteil, Anpaarung usw.) zu überprüfen und die Tiere zu bestätigen oder abzulehnen.
Eine Nacherfassung, Änderung oder Ergänzung der Tierliste für Generhaltungsrassen muß immer über die AMA erfolgen. Die VO hat keine Zugriffe auf Daten- Änderungen und ist lediglich für die Bestätigungen der Tiere (Freigabe oder Ablehnung) zuständig!!
Im Jahr 2009 konnten in Österreich 550 Tiere bestätigt werden.



Antrag Generhaltungsprogramm nicht mehr möglich!!

Ein Einstieg in das Generhaltungsprogramm ist derzeit nicht mehr möglich. Was nach Ablauf des ÖPUL- 2007 kommt ist noch ungewiss.
Derzeit gilt das Original Braunvieh als hochgefährdet (unter 1000 Stück Zuchttiere!) und erhält somit einen erhöhten Prämienzuschlag.
Die Prämie für hoch gefährdete Tierrassen beträgt derzeit € 280,- bei Kühen und 530,- € bei Zuchtstieren.
Wenn die Rasse mehr als 5000 Tiere überschreitet, gilt diese nicht mehr als gefährdete Tierrasse.
Der Vorarlberger Braunviehzuchtverband als verantwortliche Organisation ist bemüht, Samen und Zuchtstiere vorwiegend aus alter Genetik zur Verfügung zu stellen. Die Informationen zu den Besamungsstieren sind diesem Heft beigelegt. Zuchtstiere für den Natursprung werden vom Braunviehzuchtverband erst nach Besichtigung anerkannt und müssen gezielt zur Paarung verwendet werden.
Importtiere aus der Schweiz sind auf Grund der dortigen Größe der Population (ca. 8000 Stück) und des unterschiedlichen Zuchtziels (Milch >6000 kg), nur teilweise für das Generhaltungsprogramm zugelassen.


Bitte setzen sie sich vor dem Import mit dem Zuchtverband oder der VO in Verbindung.

 

 Alpe ZAMANG im Montafon um 1955




 

Aktuelles:

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